Quarkkeulchen verbinden gekochte Kartoffeln mit Quark zu kleinen, mild süßen Küchlein. Der Kartoffelanteil unterscheidet sie deutlich von gewöhnlichen Quarkpfannkuchen. Am einfachsten lassen sich vollständig abgekühlte, gut ausgedampfte Kartoffeln verarbeiten. Diese Version startet jedoch ausdrücklich mit rohen Kartoffeln; ihre Koch- und Abkühlzeit ist deshalb im Gesamtaufwand enthalten. Der Teig bleibt weicher als ein Brotteig und wird mit leicht bemehlten Händen geformt. Mehr Mehl macht ihn zwar fester, kann die Küchlein aber auch schwer und trocken werden lassen.
Portionen, Zeit und Küchenhelfer
Etwa 12 kleine Keulchen für 4 Portionen. Vorbereitung 20 Minuten, Kartoffeln kochen 25 Minuten, Abkühlen mindestens 45 Minuten, Braten etwa 20 Minuten. Gesamt etwa 1 Stunde 50 Minuten. Kartoffelpresse, Topf und große Pfanne erforderlich.
Zutaten
- 500 g mehligkochende Kartoffeln, Rohgewicht
- 250 g gut abgetropfter Magerquark
- 1 Ei Größe M
- 50 g Zucker
- 100 g Weizenmehl Type 405, plus 15 g zum Formen
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
- 50 g Rosinen
- 50 ml Rapsöl zum Braten
Zubereitung
- Kartoffeln waschen und mit Schale in Wasser etwa 20–25 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen, noch warm vorsichtig pellen und durch eine Kartoffelpresse drücken. Flach verteilen und mindestens 45 Minuten vollständig abkühlen lassen.
- Den Quark in einem feinen Sieb abtropfen lassen, wenn sich Molke abgesetzt hat. Abgekühlte Kartoffeln mit Quark, Ei, Zucker, 100 g Mehl, Vanilleextrakt und Salz kurz vermengen. Rosinen unterheben. Nicht lange kneten; der Teig soll weich zusammenhalten.
- Eine Arbeitsfläche mit den zusätzlichen 15 g Mehl dünn bestäuben. Die Masse in zwölf Portionen teilen und mit bemehlten Händen zu ungefähr 1,5 cm dicken Küchlein formen. Den Teig nicht mit ständig neuen Mehlmengen trocken arbeiten.
- Etwa die Hälfte des Öls in einer breiten Pfanne bei mittlerer Hitze erwärmen. Sechs Küchlein mit Abstand hineinlegen und 4–5 Minuten braten. Erst wenden, wenn die Unterseite goldbraun und stabil ist.
- Die zweite Seite ebenfalls 4–5 Minuten braten. Ein Keulchen teilen und prüfen, dass die Mitte vollständig durchgegart ist, nicht flüssig oder roh-mehlig. Bei Bedarf mit geringerer Hitze etwas länger garen. Mit dem restlichen Öl die zweite Portion braten.
- Kurz auf Küchenpapier ablegen und warm servieren. Nicht übereinander stapeln, solange die Oberfläche noch stark dampft. Die Keulchen schmecken pur mild süß; weitere Süße muss nicht automatisch darübergestreut werden.
Darauf kommt es an
Warme Kartoffeln machen den Teig klebriger und können das Ei vorzeitig erwärmen. Darum das vollständige Abkühlen ernst nehmen. Eine Kartoffelpresse arbeitet luftiger als ein Mixer; im Mixer kann Kartoffelmasse unangenehm klebrig werden. Die Pfanne nicht zu heiß werden lassen: Außen dunkel und innen ungegart ist bei dicken Küchlein ein typischer Fehler.
Varianten und Servieren
Die Rosinen dürfen weggelassen werden, ohne die übrigen Mengen zu ändern. Für eine leichte Zitronennote kann etwas fein abgeriebene Schale einer gewaschenen unbehandelten Zitrone die Vanille ersetzen. Separat serviertes Apfelmus passt dazu. Die Kartoffel-Quark-Mischung ergibt eine weiche Mitte und eine dünne gebräunte Oberfläche.
Häufige Fragen
Gehen Kartoffeln vom Vortag? Ja, wenn sie nach dem Kochen rasch gekühlt und korrekt gelagert wurden; dann entfällt ein Teil der Wartezeit. Warum klebt der Teig? Sehr feuchte Kartoffeln oder Quark sind häufig die Ursache. Kann ich den Teig roh probieren? Nein, er enthält rohes Ei und Mehl.
Aufbewahren
Fertige Reste rasch in flachen Behältern bei höchstens 5 °C kühlen und bis zum nächsten Tag verbrauchen. In einer Pfanne bei kleiner Hitze vollständig durcherhitzen. Rohteig mit Ei nicht länger aufbewahren, sondern zeitnah fertig braten.
